Aufzählung Wohin eine Just-for-fun-Suche im Internet führen kann
 
Aufzählung CD zur Auswanderung
 
Aufzählung Ausstellung zur Auswanderung in Glaisin
 
Aufzählung Wenn es vor 100 Jahren schon  I. M. A. R. 
gegeben hätte ...

 

Die "KAMMANN-STORY"

WOHIN EINE JUST-FOR-FUN-SUCHE IM INTERNET FÜHREN KANN
 
Haben Sie sich schon einmal auf unserer  I. M. A. R. - Homepage den Auswanderungsfall der Familie Kammann angesehen ?
Sicher ist Ihnen das bürokratische Antragsverfahren im Gedächtnis geblieben, das ihrer Heirat und nachfolgenden Auswanderung vorausging, ebenso ihre Bestrafung wegen der Geburt ihres unehelich geborenen Kindes. Aus den Akten in den Schweriner Archiven ging hervor, daß Carl Kammann aus Kavelstorf und Caroline Rutenick aus Stavenhagen erst kurz vor ihrer Auswanderung 1864 heiraten konnten.
Sehr wenig war bekannt über ihr Fortkommen in Amerika:
Carl Kammann baute eine erfolgreiche Möbeltischlerei auf, während seine Frau 1865 ihr zweites Kind Sophie gebar. Kurz darauf muß sie gestorben sein.
 
Jetzt möchten wir Ihnen ein Photo zeigen, das die Kammann-Familie im Jahre 1865 zeigt:
Carl A. und Caroline Kammann 1865,
mit Charles und Sophie


Und jetzt möchten Sie wissen, woher dieses Photo ist?
Im Sommer letzten Jahres - nur wenige Wochen nachdem  I. M. A. R.  den Auswanderungsfall Kammann ins Internet gestellt hatte - erreichte uns eine E-mail von einem Karl Kammann und seinem Sohn aus den USA.
 
 Sie schrieben uns:
"Als mein Sohn und ich vor kurzem nur so zum Spass im Internet nach dem Namen Kammann suchten, waren wir sehr überrascht ..., als wir Ihre Informationen zu meinem Urgroßvater und meiner Urgroßmutter, Carl A. Kammann und Caroline Rutenick, fanden..."
"Ihre Darstellung zu ihrem Leben in Mecklenburg, ihren Problemen, ihrer Heirat usw. war sehr interessant und gut gemacht ..."
"Neu war für mich der Teil, der die verschiedenen Anträge zur Hochzeit, deren Ablehnung, die Dispensationen, die Anträge zur Auswanderung usw. ... enthält."
"Jetzt bin ich sehr begierig zu erfahren, ob Sie mein Buch "The Kammanns of Mecklenburg and America" (Die Kammanns aus Mecklenburg und Amerika), das 1991 veröffentlicht wurde, kennen ..."
I. M. A. R.  hat natürlich sofort Kontakt zu den Nachfahren der Kammann-Familie aufgenommen. Wir baten sie um das Buch, in dem die Geschichte der Kammann-Familie dargestellt ist. Mr. Kammann schickte es uns einige Wochen danach. Er widmente es  I. M. A. R.  mit folgendem Eintrag:

"Im Juni 2001
Mit den besten Grüssen von den Nachfahren einer mecklenburgischen Einwandererfamilie in Amerika.
Karl Kammann und Familie"

Anmerkung:
Das obige Foto der Kammann-Familie ist ebenfalls aus diesem Buch entnommen.
Falls Sie mehr über die Kammann-Familie in Amerika erfahren möchten, besuchen Sie uns bald wieder einmal auf unserer News-Seite.

 

I. Beitrag von Karl Kammann in den USA, einem direkten Nachfahren der Kammann-Familie aus Mecklenburg, zur I. M. A. R.  web site über die Auswanderung der Kammann-Familie 1864 nach Amerika (entnommen aus einer E-mail von Karl Kammann an  I. M. A. R.  vom 26. Januar 2002):

 

 Übersetzt lautet der Beitrag wie folgt:

 
"Viele Amerikaner - die gern ihre deutsche Abstammung zurückverfolgen möchten - sehen sich in zweierlei Hinsicht daran gehindert. Das Sprachproblem ist der eine Hinderungsgrund. Das andere - viel ernstere Problem dabei besteht darin, dass die meisten von ihnen nicht wissen, aus welchem Ort in Deutschland ihre Vorfahren einst gekommen sind.
Ich war in beiderlei Hinsicht vom Glück begünstigt - nicht nur, dass meine Familie Aufzeichnungen von der Einwanderung meiner Ur-Großeltern aufbewahrt hat, sondern mein Interesse und mein Beruf liessen es ratsam erscheinen, die deutsche Sprache zu lernen. Dennoch brauchte ich in den 1980er Jahren - während ich vollberuflich als Chemiker in der Forschung beschäftigt war - fast 10 Jahre für die Erforschung meiner jetzt ziemlich vollständigen Familiengeschichte.
Heute jedoch wird Familiengeschichtsforschung durch die Mitwirkung von  I. M. A. R.  viel leichter gemacht. Durch meine eigenen Studien und die von  I. M. A. R.  habe ich erkannt, dass - vorausgesetzt die Vorfahren kamen Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts mit der großen Einwanderungswelle aus Deutschland und waren protestantischer Religion - eine 50%ige Chance besteht, dass sie aus dem mecklenburgischen Teil Norddeutschlands oder nahegelegenen Gebieten stammten. Dies lässt es sinnvoll erscheinen, mit den Mitarbeitern von  I. M. A. R.  (die zweisprachig sind) Kontakt aufzunehmen, und die mit ihren bemerkenswerten Fähigkeiten normalerweise in der Lage sind, in relativ kurzer Zeit umfangreiche Familiendaten und Aufzeichnungen zu finden.
 
                                 Karl Kammann, Ph.D.
                                 Baneberry, Tennessee"

 

CD zur Auswanderung:

 

"Von Mecklenburg
in die Welt"


Unter diesem Motto widmet sich  I. M. A. R.  auf seiner neuen CD-ROM der Thematik der Auswanderung, die sich im 19. Jahrhundert zu einer Massenerscheinung entwickelte. Auch das dünnbesiedelte Mecklenburg wurde von dieser Auswanderungswelle erfaßt.

Hauptziel der mecklenburgischen Auswanderer waren die Vereinigten Staaten von Amerika.

Anhand ausgewählter Familienschicksale zeigen wir Ursachen und Ablauf der Auswanderung.

In einer Datenbank finden Sie etwa 3.000 Auswanderer, die im Zeitraum zwischen 1855 und 1900 den Raum Rostock verlassen haben.

Ergänzt wird die CD-ROM durch Lieder des Liedermachers Ingo Barz.

 

Die CD ist u.a. zu haben im:

- Schifffahrtsmuseum Rostock
- Heimatmuseum Warnemünde
- Info-Point des Europacentrum
- Volkskundemuseum Schwerin-Mueß,
- bei der Fahrgastschiffahrt "KÄPP´N BRASS"
  Warnemünde und
- am  I. M. A. R. - Infostand am Passagierkai Warnemünde

Ausstellung zur Auswanderung:

 I. M. A. R.  - ab Jahresanfang 2003 in der ständigen Ausstellung in Glaisin

Glaisin, ein kleines Dorf bei Ludwigslust, liegt mitten in der Griesen Gegend.

Gries bedeutet niederdeutsch grau und steht für eine arme Gegend.

So ist es nicht verwunderlich, daß im 19. Jahrhundert ca. 350 Menschen ihren Heimatort verließen, um in der Fremde ihr Glück zu suchen.

Bekannt wurde das Dorf durch den Auswanderungsroman von Johannes Gillhoff  „Jürnjacob Swen - der Amerikafahrer“. Ein authentisches und zugleich kritisches Werk der Auswanderungsgeschichte Mecklenburgs.

Im Glaisiner Museum „Gillhoff-Stuv“  werden die  Zeugnisse dieser Mecklenburger Geschichte und Kultur aufbewahrt und gepflegt.

Als offizielles Ausstellungsdorf der Expo 2000 zog es Tausende von Besuchern an. Familienforscher aus vielen Ländern sind ständige Gäste in diesem Museum und so ist auch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Verein I. M. A. R. (Institute for Migration and Ancestral Research) und der „Gillhoff-Stuv“ erklärbar.

Ab  2003 stellt  I. M. A. R.  dem Glaisiner Museum zwei Informationstafeln für dessen ständige Ausstellung zur Verfügung. Sie geben dem Besucher einen Überblick über Formalitäten und Beschwernisse der Auswanderung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber auch über die Arbeit des Vereines und seine Kontakte zu den in Übersee lebenden Nachfahren.

Die Herstellung dieser Informationstafeln wurde durch eine Kulturförderung der Stadt Rostock im Jahre 2002 ermöglicht.


Wenn es vor 100 Jahren schon  I. M. A. R. 
gegeben hätte ...


Als ich Anfang November 2001 im Auftrag mehrerer Kunden von  I. M. A. R.  
(Institut für Migration und Ahnenrecherche) die im Rostocker Stadtarchiv gesammelten Ein- und Ausbürgerungsakten durchsah, fielen mir zwei kleine Briefchen auf, die den Abschluß eines Aktenstapels bildeten und nicht zu den darin gesammelten Formularen passten. Neugierig geworden, unterbrach ich meine Suche und fand den in englischer Sprache geschriebenen Brief einer Frau aus Sydney an den Rostocker Bürgermeister, ihr bei der Suche nach in Rostock lebenden Verwandten behilflich zu sein.

Bürgermeister war vor 100 Jahren Dr. Massmann, nach dem später eine Straße in Rostock benannt wurde.

Der Brief ist mehr als hundert Jahre alt. Sie können ihn in englischer oder deutscher Sprache lesen. Vielleicht war das in der australischen Anschrift genannte „Rostock“ ein Stadtteil von Sydney.  I. M. A. R.  ist für andere Erklärungen unserer Leser dankbar. Der Brief lautet:
 

Rostock

Cowper St., Randwick

  

The Mayor

“Rostock”

North Germany

April 8th 1899

The Mayor,

Dear Sir,

 

Could you tell me how I shall find out some relatives
of mine in Rostock.
We have not heard from them since 1862 and wish
to discover their whereabouts if possible.

Their name is Schlee and I thought perhaps you
would be the most likely person to write to.

I enclose a stamped addressed envelope and would
deem it a great help if you could write me the easiest
way to discover them.

My uncle’s name is Henry Schlee and they lived
in Rostock.

I must apologize for troubling you.

Thanking you in anticipation.

Believe me I ‘d be faithfully yours
 

Sign. A. M. Slee

  

Übersetzung des Briefes vom 08. April 1899:

 

An den Bürgermeister,

Sehr geehrter Herr,

könnten Sie mir behilflich sein, einige Verwandte
von mir in Rostock ausfindig zu machen?

Wir haben seit 1862 nichts mehr von ihnen gehört
und würden - falls möglich - gern ihren derzeitigen
Aufenthaltsort herausfinden.

Ihr Name ist Schlee, und ich dachte, vielleicht sind
Sie die geeignetste Person, an die ich schreiben
kann.

Ich lege einen mit einer Briefmarke versehenen und
adressierten Briefumschlag bei und würde es für
ein großes Glück halten, wenn Sie mir den leichtesten
Zugang zu ihnen nennen würden.

Der Name meines Onkels ist Henry (=Heinrich) Schlee,
und sie lebten in Rostock.

Ich möchte mich für diese Mühe entschuldigen.

Ich danke Ihnen im voraus.
 

Hochachtungsvoll

Emma A. M. Slee

  

Auf dem Brief hat jemand mit Bleistift vermerkt: Herrn Bürgermeister
Dr. Massman fragen
. Und so geschah es. Die Antwort des Bürgermeisters ließ nicht lange auf sich warten.

Wie ein Notizzettel belegt, der dem Schriftverkehr beigelegt ist, hat er gezielt Erkundigungen zum Aufenthalt von Mitgliedern der Familie Schlee in Rostock eingeholt. Dabei erfuhr er von Aufenthalten einzelner Mitglieder der Familie Schlee in Amerika und Australien. Rostocker waren dank der eigenen Schifffahrt weltweit unterwegs.

 

Hier der Brief von Bürgermeister Dr. Massmann an Mrs. Slee:

  

Mrs. William H. J. Slee

Rostock

Cowper Street

Randwick

Sydney

Australia

 

Geehrte Frau!

 

In Folge Ihres Berichtes vom 8. April d. J. habe ich Erkundigungen
nach Ihren hiesigen Verwandten angestellt und folgendes ermittelt:

 

Heinrich Schlee, ein Halbbruder der verstorbenen Frau Schiffer
Baltzer, geb. Emma Schlee, welcher Herrn Wilhelm Schlee vor
langen Jahren in Amerika getroffen haben soll, ist seit 15 Jahren
todt. Er hat 2 Söhne hinterlassen, welche noch in Mecklenburg
leben, nämlich
 

Richard Schlee, Eisenbahnlokomotivführer in Güstrow und
Ernst Schlee, Consumwaaren-Händler hier in Rostock
und wohnt Carlstraße 19.

Der Schiffer Herr Baltzer lebt hier noch in Rostock
Vögenstraße Nr. 10.

Frau Baltzer, Emma, geb. Schlee lebt noch. Der erste Mann hieß
Lorenz und führte das Schiff „Landrath von Stralendorff“.

Derselbe war 1862 in Australien.

Lorenz und Frau haben damals den in Australien lebenden
Herrn Wilhelm Schlee ohne Erfolg an den dortigen Zeitungen
aufrufen lassen, um sich mit ihm in Verbindung zu setzen.

Herr Heinrich Schlee hat eine Wittwe, die Mutter der vorgenannten
Herrn Richard und Ernst Schlee hinterlassen, welche hier in Rostock
lebt und, wie mir gesagt ist, in der Margarethenstraße wohnt.

 

Ich hoffe, daß diese Auskunft Ihnen genügen wird; jedenfalls konnte
ich im Augenblick nicht mehr in Erfahrung bringen.

In Hochachtung
 

M. Massmann

Bürgermeister

 Rostock, d. 16. Juni 1899

 

Nur einen Tag später war der Brief abgeschrieben und konnte abgeschickt werden, wie der Vermerk „exped 17/6 1899“ verrät.  Den winzigen Rückumschlag der australischen Nachfahrin der Familie Schlee hat das Bürgermeisteramt nicht verwendet; er liegt bei den beiden Briefen, den Notizen und Vermerken.

Danach erhielt der Vorgang die Aktennummer 77 und wurde zu den Akten des Polizeiamtes gelegt, in denen die Ein- und Ausbürgerungen Rostocker Bürger gesammelt sind. Offenbar war vor 100 Jahren solch eine Bitte um Auskunft nach noch lebenden Nachfahren von Auswanderern recht selten.
 

Heute werden solcherart Nachfragen gezielt an  I. M. A. R.  gerichtet, den seit 1994 in Rostock tätigen Verein, deren Mitglieder Anfragen aus aller Welt zur Auswanderung von Mecklenburgern, besonders im 19. Jahrhundert, beantworten. Dabei kann aus den Kirchenbüchern und Auswanderungspapieren im Nachhinein sowohl die ausgewanderte Familie als auch der in der alten Heimat verbliebene Teil der Familie ermittelt werden. Manchmal wird an  I. M. A. R.  der Wunsch gerichtet, Nachfahren dieser  Familien zu finden. So wie Bürgermeister Massmann der Bitte von Mrs. Slee vor 100 Jahren entsprach.

Der Wunsch zu erfahren, wo die eigenen Wurzeln zu finden sind, setzte meist ein, wenn die Generation der Auswanderer, die den Kontakt zur Familie in der alten Heimat durch Briefe in der alten Muttersprache und Besuche aufrecht erhalten hatte, gestorben war.

Seit  I. M. A. R.  mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten ist, erreichen uns täglich per e-mail Anfragen aus aller Welt. Die „Slee“-Familie aus Sydney, deren deutscher Name „Schlee“ war, nutzte bisher nicht unseren Service. Vielleicht lesen weitere Nachfahren in Australien den Brief ihrer Urahnin im Internet und bitten uns um Hilfe bei der Suche weiterer Nachfahren im hiesigen Rostock. Wir freuen uns darauf.

I.L.

Quelle: Stadtarchiv Rostock, Sign. 1.1.7 Polizeiamt, Bd. 2, 473, Akte Nr. 77